Gesundheitsökonomische Fragestellungen gewinnen in unserer Arbeit zunehmend an Bedeutung. Ein Schwerpunkt liegt auf der methodischen Begleitung klinischer Studien, insbesondere für digitale Gesundheitsanwendungen. Wer eine solche Anwendung in das DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bringen will, muss ihren positiven Versorgungseffekt in einer vergleichenden Studie belegen. Die Anforderungen sind hoch, und viele Vorhaben scheitern nicht am Produkt, sondern am Studiendesign.
Hier begleiten wir Hersteller als unabhängige methodische Instanz auf Auftraggeberseite, von der Auswahl des klinischen Auftragsforschungsinstituts über das Studiendesign bis zur kritischen Prüfung der Ergebnisse. Unser Augenmerk gilt den Stellen, an denen statistische Signifikanz und klinische Relevanz auseinanderfallen.
Daneben befassen wir uns mit methodischen Herausforderungen bei der Auswertung medizinischer Panel- und Registerdaten. So haben wir Fragen der Gewichtung im Zahnärzte-Praxispanel des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung bearbeitet, wo die freiwillige Teilnahme der Praxen zu verzerrten Ergebnissen führen kann.
Gesundheit ist zugleich ein Thema, das im Arbeitsleben immer wichtiger wird, und damit an der Schnittstelle zu unserem arbeitsmarktökonomischen Schwerpunkt liegt. Wie sich arbeitsmarktpolitische Maßnahmen auf die Gesundheit auswirken, wie Körpergewicht und beruflicher Erfolg zusammenhängen, welche gesundheitlichen Kosten belastende Arbeitsbedingungen verursachen und wie die Pandemie die psychische Gesundheit Selbständiger getroffen hat: Zu all dem liegt eigene Forschung vor, auf die wir in Evaluationen zurückgreifen, in denen Gesundheit als Wirkung oder als Einflussfaktor eine Rolle spielt.