Arbeitsmarkt und Bildung bilden das thematische Zentrum unserer Arbeit. Beide Felder sind eng miteinander verwoben, weil Bildung und beruflicher Erfolg sich gegenseitig bedingen. Wer früh gefördert wird, hat später bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Weil sich Anforderungen und Berufsbilder immer schneller wandeln, endet Bildung längst nicht mehr mit Schule oder Ausbildung. Lebenslanges Lernen gewinnt in der heutigen Arbeitswelt stetig an Bedeutung. Wir untersuchen, wer in Weiterbildung investiert und was sie bewirkt.
Auf der Arbeitsmarktseite untersuchen wir die Wirkungen arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen: von Weiterbildungs- und Integrationsmaßnahmen über Mobilitätshilfen bis zu den Erwerbschancen spezifischer Gruppen. Den gesetzlichen Mindestlohn begleiten wir seit seiner Einführung 2015 mit einer Reihe von Studien für die Mindestlohn-Kommission, die seine Auswirkungen auf Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, Lohnstruktur und Haushaltseinkommen untersuchen. Für die Europäische Kommission haben wir die Jugendgarantie in allen Mitgliedstaaten bilanziert und untersucht, welche Umsetzungsmodelle jungen Menschen in einer sich wandelnden Arbeitswelt tatsächlich den Einstieg erleichtern. Für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales haben wir die berufsbezogene Deutschsprachförderung evaluiert, das zentrale Instrument zur sprachlichen Arbeitsmarktintegration Zugewanderter. Über Deutschland und Europa hinaus begleiten wir seit fünfzehn Jahren das gemeinsame Programm von IZA und FCDO, das Forschung zu Arbeitsmärkten in Niedrigeinkommensländern fördert und Nachwuchsforschende wie Ministerialbeamte weiterbildet.
Auf der Bildungsseite verantworten wir unter anderem die mehrjährige Evaluation des Startchancen-Programms, eines der größten bildungspolitischen Vorhaben des Bundes, das Schulen in herausfordernder Lage gezielt unterstützt. Für European Schoolnet begleiteten wir bis 2022 den europäischen Feldversuch Assess@Learning, in dem in fünf Ländern randomisiert geprüft wurde, ob digitale formative Leistungsbewertung den Unterricht verbessert. Hinzu kommen Fragen der beruflichen Weiterbildung und der Investitionen in Humankapital, etwa welche Rolle Persönlichkeitsmerkmale von Beschäftigten oder die Risikoneigung von Führungskräften dabei spielen.
In beiden Bereichen verbinden wir mikroökonometrische Verfahren mit dem sorgfältigen Umgang mit komplexen Individual- und Registerdaten. Die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit, das Sozio-oekonomische Panel, die Verdienststrukturerhebung und verknüpfte Datensätze bilden die Grundlage vieler unserer Analysen.