Die berufsbezogene Deutschsprachförderung ist seit 2016 ein Regelinstrument des Bundes und soll Zugewanderten die sprachlichen Voraussetzungen für Ausbildung und Beruf vermitteln. Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales verantworteten wir innerhalb des Evaluationskonsortiums die Wirkungs- und Wirtschaftlichkeitsanalyse. Grundlage waren Befragungen von Teilnehmenden und einer Vergleichsgruppe, ergänzt um Prozessdaten der Bundesagentur für Arbeit. Die Kurse verbessern die Sprachkenntnisse deutlich, am stärksten bei Personen ab 35 Jahren und bei kürzlich Zugewanderten, und sie führen häufiger in eine Ausbildung oder eine qualifizierende Maßnahme. Kurzfristig sinkt allerdings die Beschäftigungswahrscheinlichkeit, weil die Kursteilnahme Zeit bindet, und dieser Effekt wirkt über das Kursende hinaus. Bei Frauen tritt er nicht auf, dafür zeigen sich bei ihnen stärkere Wirkungen auf die soziale Integration. Die Wirtschaftlichkeitsanalyse betrachtete beide Ebenen. Der Vollzug erwies sich als effizient, die Verwaltungskosten lagen nach der Anlaufphase stets zwischen fünf und sieben Prozent der Gesamtausgaben. Auf Ebene der Maßnahme übersteigen die Kosten in den ersten drei Jahren den fiskalischen Nutzen, was bei einer Bildungsinvestition mit langfristiger Wirkung zu erwarten ist und nicht gegen das Instrument spricht. Aus den Befunden leitete das Konsortium elf Handlungsempfehlungen ab.
Weiterführende Informationen
Baderschneider, A., Bonin, H., Boockmann, B., Caliendo, M., Fischer, A., Gensicke, M., Hecker, K., Hartmann, J., Isphording, I., Krause-Pilatus, A., Kugler, P., Mahlstedt, R., Pabst, C., Pfeiffer, I. & Sackmann, R. (2024): Evaluation der berufsbezogenen Deutschsprachförderung nach § 45a AufenthG. Abschlussbericht. Forschungsbericht 635, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Berlin.
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