Die Jugendgarantie wurde 2013 als Ratsempfehlung von allen EU-Mitgliedstaaten angenommen, als Antwort auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit nach der Finanzkrise. Sie sichert jungen Menschen zu, innerhalb von vier Monaten nach Verlust des Arbeitsplatzes oder Verlassen der Ausbildung ein qualitativ gutes Angebot für Beschäftigung, Ausbildung oder Weiterbildung zu erhalten. Sechs Jahre später zogen wir für die Europäische Kommission Bilanz. Neben der Auswertung der vorhandenen Datenlage führten wir eine europaweite Online-Befragung, ein Brainstorming-Seminar in Brüssel und vertiefende Telefoninterviews durch, um die Sichtweisen der zentralen Akteure (Stakeholder für die englische Übersetzung) einzubeziehen. Teil 1 der Studie identifiziert sechs Faktoren, die über den Erfolg der Umsetzung entscheiden, und ordnet die Mitgliedstaaten mittels Clusteranalyse fünf Umsetzungstypen zu. Zentraler Befund: Nicht nur die Ausgangslage, auch die Art der Umsetzung bestimmt den Erfolg. EU-Mittel stützten die Maßnahmen dort besonders wirksam, wo hohe Jugendarbeitslosigkeit auf strukturelle Probleme traf, und in mehreren Ländern stieß die Jugendgarantie dauerhafte Reformen an. Teil 2 richtet den Blick nach vorn und untersucht, wie Automatisierung, Digitalisierung und die Zunahme atypischer Beschäftigung die Übergänge von der Schule in den Beruf verändern.
Weiterführende Informationen
Caliendo, M., Kluve, J., Stöterau, J. & Tübbicke, S., unter Mitarbeit von Dheret, C., Hadjivassiliou, K. & Pastore, F. (2018): Study on the Youth Guarantee in Light of Changes in the World of Work. Part 1: Youth Guarantee. Intervention Models, Sustainability and Relevance. Erstellt für die Europäische Kommission, Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration, Europäisches Netzwerk der öffentlichen Arbeitsverwaltungen, November 2018.
Caliendo, M., Kluve, J., Stöterau, J. & Tübbicke, S., unter Mitarbeit von Hadjivassiliou, K. & Pastore, F. (2018): Study on the Youth Guarantee in Light of Changes in the World of Work. Part 2: Emerging challenges related to young people’s transition into the labour market. Erstellt für die Europäische Kommission, Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration, Europäisches Netzwerk der öffentlichen Arbeitsverwaltungen, Dezember 2018.