Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf Haushaltseinkommen sowie das Konsum- und Sparverhalten

Mindestlohn-Kommission
Laufzeit:  – 
  • Evaluation & Politikberatung
  • Arbeitsmarkt & Bildung

Innerhalb der Untersuchungsreihe für die Mindestlohn-Kommission nimmt diese Studie eine eigene Perspektive ein: den Haushalt statt Betrieb oder Beschäftigungsverhältnis. Das ist methodisch anspruchsvoller, weil sich die Wirkung eines Mindestlohns auf Haushaltsebene aus den Löhnen aller erwerbstätigen Mitglieder ergibt und nicht aus einem einzelnen Stundenlohn. Untersucht wurden die Einführung 2015 und die Anhebung 2017 bis einschließlich 2018, auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels für Einkommen und Ersparnis und der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe für den Konsum. Als betroffen galten Haushalte, in denen 2014 mindestens ein anspruchsberechtigtes Mitglied weniger als 8,50 Euro pro Stunde verdiente. Bei ihnen stieg das Nettoeinkommen zwischen 2014 und 2016 um rund 92 Euro oder 4,3 Prozent, ein zusätzlicher Effekt der Anhebung 2017 ließ sich nicht nachweisen. Auf die Sparwahrscheinlichkeit wirkte sich der Mindestlohn insgesamt nicht aus. Die begleitende Konsumanalyse zeigte, dass Haushalte mit niedrigen Einkommen zusätzliche Mittel überproportional für Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wohnen und Energie verwenden.

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