Assess@Learning war die bislang größte europäische Politikerprobung zur digitalen formativen Leistungsbewertung, also zu der Frage, wie digitale Werkzeuge Lehrkräften helfen können, den Lernstand ihrer Schülerinnen und Schüler laufend zu erfassen und den Unterricht daran anzupassen. Neun Partner aus acht Ländern entwickelten dafür einen Online-Werkzeugkasten, koordiniert von European Schoolnet und gefördert aus Erasmus+. Ob er wirkt, wurde in einem randomisierten Feldversuch in Estland, Finnland, Griechenland, Portugal und Spanien geprüft, an dem 208 Schulen, 846 Lehrkräfte und rund 2.500 Schülerinnen und Schüler teilnahmen. Wir berieten das Konsortium über vier Jahre in allen methodischen Fragen: bei der Wirkungslogik, bei der Stichprobenziehung und der Abwägung zwischen randomisierter Zuweisung und freiwilliger Teilnahme, bei der Festlegung der primären Zielgrößen und bei der Präregistrierung des Analyseplans. Zum Abschluss begutachteten wir die Ergebnisse. Der Werkzeugkasten verbesserte das Fachwissen der Lehrkräfte messbar, sie konnten formative und summative Bewertung sicherer unterscheiden. Darüber hinaus blieben die Effekte weitgehend aus. Gerade darin zeigt sich der Wert eines sauberen Designs: Weil Zielgrößen und Auswertung vorab festgelegt und öffentlich registriert waren, ließ sich der Nullbefund als solcher benennen und nicht bloß als fehlende Signifikanz. Damit war die Grundlage gelegt, die Gründe dafür gezielt zu untersuchen und den Werkzeugkasten weiterzuentwickeln.
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